Evang.-Luth. Kirche

St. Ursula in Dentlein am Forst


 


Frühgeschichte


Wann die erste Kirche in Dentlein erbaut und geweiht wurde, ist nicht bekannt.
Erste Hinweise auf die Existenz eines Gotteshauses in Dentlein finden sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1418, in der „2 Gütlein“ an St. Ursula und Ihre Gesellschaft der 11000 Jungfrauen verkauft werden.

Die Pfarrei war dem Kloster Sulz zugeordnet und wurde bis zum Jahre 1473 von Ammelbruch aus mit betreut. In einer Urkunde des Klosters aus dem Jahr 1700 wird erwähnt, dass um das Jahr 1437 eine „Kirch samt Turm, darauf eine Uhr und 2 Glocken“ von der damaligen Äbtissin und Meisterin Kunigunde von Crailsheim zu Kloster Sulz erbaut worden sei.

  
 

Pfarrer Weingartner (Pfarrer in Dentlein von 1903 bis 1918) schreibt in seiner Chronik:

„Wann die erste Kirche - die früheste wird vielleicht eine Holzkirche gewesen sein - erbaut und geweiht wurde, ist nicht bekannt. Die Kirche war, wie eine Urkunde von 1418 erwähnt der St. Ursula und ihrer Gesellschaft, der heil. 11 000 Mägde, geweiht. ….
….Die Stifter der Kirche waren wohl in der Kirche begraben nach einer Andeutung in der Wiedererrichtungsurkunde von 1473 (Seite 7, Anm. 2.). Die Kirche, welche bis 1863 stand, und von welcher heute noch der (verkürzte) Chor und Turm vorhanden sind, soll nach den Pfarrbeschreibungen von 1833 und 1863 und den Heiligenrechnungen (so 1797/98)  im Jahr 1482 erbaut worden sein, und zwar durch das Kloster Sulz. Der 16 Punktebericht vom Verwalter zu Sulz von 1692 gibt als das Erbauungsjahr 1437 an; (1) ebenso das Sal- und Lagerbuch  des Klosterverwalteramt Sulz. (2) Nach letzterer Quelle wäre vorher nur eine Kappel zu Dentlein gestanden.  -  Ganz untrüglich sind wohl die letzteren Quellen nicht, denn der erwähnte 16 Punktebericht lässt die Wiederaufrichtung der Pfarrei 1437 anstatt 1473 geschehen.“


Durch den 30-jährigen Krieg (1618-1648)


Im 30-jährigen Krieg wurde Dentlein fast vollständig entvölkert. Die Pfarrei war so verödet, dass sich kein Pfarrer mehr auf ihr halten konnte. Deshalb war sie von 1634 bis 1661 mit Wieseth vereinigt. Der Zustand der Kirche dürfte vermutlich durch die Kriegswirren erheblich gelitten haben. Aus den folgenden Jahrzehnten existieren mehrere Briefe der Pfarrgemeinde, die den schlechten Zustand beschreiben und finanzielle Unterstützung zur Behebung der Schäden erbitten.


Der Neubau


Bemühungen den desolaten Zustand der Kirche durch einen Neubau oder Umbau zu verbessern begannen schon mindestens 10 Jahre vor dem erfolgreichen Abschluss der Baumaßnahmen und der Einweihung der neuen Kirche.

Aus dem Kostenanschlag über die Erweiterung der protestantischen Pfarr-Kirche in Dentlein, datierend vom 13.06.1859 geht hervor, dass

„ die Pfarrkirche, welche z.Z. um einer Lichtweite von 28,5 Fuß und einer Länge von 41 Fuß hat für die Kirchenbesucher der auf 1054 Seelen angewachsenen Gemeinde zu klein ist. Dieselbe soll daher nach einer Entschließung vom 6. Nov. 1855 erweitert werden.“
In der damaligen Zeit ging man von 5/12 der Seelenzahl als Kirchenbesucher aus und  so sollte die erweiterte Kirche Platz für ca. 440 Seelen bieten.“

Weiter wird in dem Kostenanschlag ausgeführt:

„Die Erweiterung geschieht dadurch, daß die beiden Langseiten der Kirche und ein Teil des alten Chores abgetragen, das Langschiff gegen den Chor verlängert wird und ein Kreuzschiff angebracht wird. …“


Erste Renovierung der Kirche


Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde das Innere der Kirche neugestaltet. Sie erhielt damals die Ausgestaltung, die durch die spätere Renovierung in den Jahren 1998/99 wiederhergestellt wurde und bis heute zu bewundern ist

Im Sommer 1900 ist im Bayerischen Grenzboten vom 6. August ist zu lesen:

„In Dentlein wird gegenwärtig das Innere der dortigen Kirche prächtig renoviert.“


Blitzschaden und Kirchturm-Aufstockung


Am 11.05.1903 wird der Kirchturm vom Blitz getroffen. Dabei wurde der obere Teil des Turmes fast völlig zerstört. Durch herabfallende Teile wurde auch das Schieferdach der Kirche erheblich beschädigt.
Das Unglück nahm man zum Anlass den schon länger bestehenden Wunsch nach einer Erhöhung des Kirchturmes wieder aufzugreifen,

Zunächst wurde nur eine provisorische Abdeckung des Turmes -ein Notdach- beauftragt.

Die Kirchengemeinde wurde immer wieder vorstellig und erklärte sich schließlich bereit 300 Mark aus Eigenmitteln für die Sanierung und Erhöhung des Turmes beizusteuern. Die Restkosten von 2600 Mark sollte dann über den Landbauunterhaltsfonds finanziert werden, was schließlich bewilligt wurde.

Doch erst am  07.09.1905 konnte der Bay. Grenzbote vermelden: „Gestern fand in Dentlein die feierliche Einweihung des durch Blitzschlag beschädigten und nun wieder hergestellten Kirchturmes statt.“


Kirchturmuhr


Bereits 1679 wird eine Kirchturmuhr erwähnt, die vom Schulmeister gerichtet wird:
Die Kirche verfügte damals über eine Uhr und zwei Glocken.
Im Jahre 1827 erhielt die Dentleiner Kirche eine neue Uhr, die in Röckingen gekauft wurde.
1941 funktioniert die Turmuhr nach Aussage der Leute so gut wie nicht mehr. Die Bemühungen um eine Reparatur bzw. Neubeschaffung einer Kirchturmuhr gestaltete sich jedoch wegen der Kriegszeiten schwierig.

Man entschloss sich schließlich ein Angebot der Firma Hohlweg, Erlangen, für eine vorrätige Uhr anzunehmen und orderte am 09.02.1942 eine neue Uhr zum Preis von 3491,- Reichsmark.


Kirchfenster


Der Chorraum erhält sein Licht durch 4 hohe, schmale Glasfenster.
Zwei Fenster schließen mit einem romanischen Rundbogen ab. Sie sind von einem goldgelben gepunkteten Rahmen eingefasst. Die Fensterfläche zeigt einen himmelwärts rankenden Weinstock mit Laub und Reben in dezenten Farben.


Zwei etwas breite Fenster mit einem frühgotischen Spitzbogen weisen ein prominent hervortretendes Rautenmuster auf. In einem umlaufenden Rahmen wechselt sich kräftig grünes Blattwerk mit stilisierten dunkelroten Blüten ab. Die Rautenflächen zeigen stilisierte Pflanzen in Grautönen. Das Zentrum der Rauten bilden jeweils kreisförmige rote Pflanzenornamente mit einer zentralen weißen Blüte.
Über den beiden östlichen Zugängen zum Kirchenschiff (nordwestlicher Haupteingang und Eingang zur Sakristei) befinden sich zwei aufwändig gestaltete Glasfenster mit intensiver Farbgebung. Sie sind ebenfalls durch einen frühgotischen Spitzbogen abgeschlossen, der sich in der Fenstergliederung wiederholt. Die Fenster teilen sich auf in 2 schmale hohe identisch ausgeführte Spitzbögen und einer darüber liegenden mehrfach gegliederten Rosette. Die schmalen Elemente sind von einem Band von grünem Blattwerk, das mit roten und gelben Blüten versetzt ist, eingerahmt. Die Fensterfelder werden durch goldgelb gepunktete gekreuzte Linien mit einer roten Blüte im Zentrum in 4 Segmente unterteilt. In diesen Segmenten finden sich die Pflanzenmotive aus den oben beschriebenen Fenstern wieder. Dunkelblau gerahmte goldgelbe Sterne bilden einen farbigen Kontrapunkt. Die Rosetten bestehen aus einem zentralen Motiv, das von einem roten, viergeteilten Ring und 4 angegliederten Bögen mit grünen stilisierten Eicheln und Blattwerk eingerahmt wird. Eingefasst wird diese Rosette von goldgelben gepunkteten Linien mit eingefügten blauen Dreiecken. Den äußeren Abschluss bildet ein lilafarbener Ring.

Das Motiv im Zentrum der Rosetten des nördlichen Fensters stellt eine Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes vor einer aufgehenden Sonne über dem Meer dar. In der Rosette des südlichen Fensters ist ein goldener Kelch mit Hostie, eingerahmt von einer Kornähre (links) und einem Weinstock mit Reben (rechts), als symbolisiertes Abendmahl zu sehen.


Auf einem schmalen Band am unteren Rand des nördlichen Fensters findet sich die Inschrift: „Gestiftet von Christian Mägerlein von Dentlein 1884“. Die Inschrift des südlichen Fensters lautet: „Gestiftet von Christiane Mägerlein von Dentlein 1884“.


 (c) Hans Moser
(c) Hans Moser
 (c) Hans Moser
(c) Hans Moser

 

Kirchenglocken und Glockenstuhl


Die älteste Glocke im Kirchturm stammt aus dem Jahre 1756. Sie trägt die Inschrift „Carl Wilh. Friedrich, Markgraf v. Brandenburg“ und das brandenburgische Wappen. Bildlich dargestellt ist Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Gegossen wurde die Glocke von Johann Ernst Lösch, Crailsheim mit einem Durchmesser von 58 cm

Zersprungene Glocke

Im Jahr 1899, so geht aus einem Schreiben des kgl. Landbauamtes vom 13.08.1905 an die Glockengießerei von Heller in Rothenburg/T. hervor, ist eine Glocke zersprungen und neu gegossen worden.

Die Problematik der zersprungenen Glocke ging an der Dentleiner Kirchengemeinde nicht spurlos vorbei. Nach mündlicher Überlieferung gelobte der Schmiedemeister Unbehauer der Kirche eine Glocke zu stiften, wenn wenigstens eines seiner 12 Kinder am Leben bleiben würde. Der Wunsch ging anscheinend in Erfüllung, denn im Bayerischen Grenzboten vom 30.10.1906 erschien folgender Bericht:

Seit acht Tagen besitzt das Gotteshaus in Dentlein ein harmonisches Geläut (fis-moll) bestehend aus vier Glocken. Hiervon hat die große Glocke Herr Schmiedemeister Unbehauer sen. gestiftet, dieselbe hat ein Gewicht von 15 Zentner und kostet 2500 Mark, zwei Glocken sind noch vom früheren Geläute vorhanden und die vierte wurde als Ersatzglocke von der kgl. Regierung genehmigt.
Am Sonntag, den 21. Oktober nahm Herr Pfarrer Weingartner die feierliche Weihe der Glocken vor und am letzten Samstag wurde eine Läutprobe durch den Glockengießer Wolfahrt in Lauingen,  der die beiden neuen Glocken lieferte, durchgeführt, die zur vollen Zufriedenheit ausfiel.

Ehre dem wohltätigen Stifter!

Was die Glocken selbst anbelangt, so kann gerne konstatiert werden, dass Guss und Herstellung tadellos ist. Ohne zu übertreiben kann man zu Ehren des Glockengießers Wolfahrt sagen:

„Das Werk lobt den Meister“!

Der Kirchengemeinde Dentlein aber ist zu diesem prächtigen Geläute zu gratulieren.

Im 1. Weltkrieg (1914 bis 1918) musste die Kirchengemeinde Glocken abliefern.
Die zwei größten Glocken wurden zu Heereszwecken im Juli 1917 abgeliefert.
Belassen wurde der Kirchengemeinde die vom Schmiedemeister Unbehauer gestiftete und die kleinste (Markgrafen-) Glocke. Zusätzlich zu den 2 Glocken mussten auch alle zinnenen Prospektpfeifen (= sichtbare Orgelpfeifen auf der Frontseite der Orgel) abgeliefert werden.

Schon 1921 begann man für neue Glocken zu sammeln und am 9.9.1924 konnte die erste neue Glocke geweiht werden. Ein Jahr später, am 29.09.1925, folgte die Weihe der 2. Glocke.

Auch im 2. Weltkrieges (1939 – 1945) wurden Metalle immer knapper und so mussten erneut Glocken, diesmal drei von den vier vorhandenen, abgeliefert werden.

Um das Geläut wieder zu vervollständigen wurden 1948 drei Stahlglocken gekauft. Diese wurden im Jahr 2000 durch neue Bronzeglocken abgelöst.

Am 7. Mai 2000 wurden sie in einem festlichen Umzug auf einem Pferdegespann zur Kirche gefahren und zum Kirchweihfest am 11. Juni in einem festlichen Gottesdienst geweiht. Im Sommer desselben Jahres wurde auch die kleine (Tauf-) Glocke renoviert und erstrahlt seitdem wieder in altem/neuen Glanz.


Die zweite Renovierung


Probleme mit der Bausubstanz traten, wie bereits geschildert, wenige Jahre nach der Reparatur und Turmerhöhung der Kirche auf. Immer wieder wird über Schäden am Dach und eindringendes Wasser bei starkem Regen oder Sturm in der Sakristei und dem Kirchenschiff berichtet. Im Juli 1934 wendet sich Pfr. Schreiber an das Landbauamt Ansbach und berichtet, dass an vier verschiedenen Stellen größere Stücke des Deckenverputzes abgefallen sind. Er bittet „um der Würde des Gotteshauses Willen“ um Behebung der Schäden. Es geschah aber nichts. Die Schäden konnten in Folge des beginnenden Krieges nicht nur nicht behoben werden, sondern wurden immer schlimmer, denn am 21.08.1944 schreibt Pfr. G.  Schmutterer an das Landesbauamt in Ansbach:

  
 

"Betreff: Bauschaden

Das Kirchengebäude der Gemeinde Dentlein ist mit Schieferplatten gedeckt. Davon hat der Wind große Lücken gerissen. Bei dem letzten großen Regen ergoss sich so viel Wasser in das Gebäude hinein, daß man fürchten musste, die Decken kommen herunter.

Nun wäre der Hauptschaden leicht zu beheben, wenn Ziegel auf dem Dach wären. Einen alten Maurer fänden wir schon. Die Schieferplatten aber kann hier Niemand befestigen. Es wären noch genügend solche auf dem Dachboden der Kirche vorhanden. Daher möchte ich, um ungeheuren Schaden zu verhüten, folg. Vorschlag machen:
Das Landbauamt möchte uns einen sachkundigen, älteren Mann, der nicht mehr militärpflichtig ist auf einige Tage überweisen. In kurzer Zeit wäre der Schaden behoben, der nächstes Jahr vielleicht in die Tausende geht. Wir wissen nicht, wo es diese Schieferdecker gibt!

Mit der Bitte, um eine wohlwollende Erwägung zeichnet.
Dentlein a. F.  21. 8. 44 G. Schmutterer"

Das Landbauamt sah sich aber nicht im Stande der Bitte nachzukommen. Erst nach dem Krieg und nach erfolgter Wahrungsreform gab es neue Bemühungen zur Sanierung der Schäden.

Der desolate Zustand der Kirche geht aus einem Gutachten des Diplom-Ingenieurs des Landbauamtes hervor:

„Nachstehende Arbeiten sind dringend erforderlich, wenn nicht große Schäden durch die eintretende schlechte Wetterperiode entstehen sollen. Die Dachschäden sind zum Teil durch die seinerzeit herübergegangene Sturmwetterkatastrophe hervorgerufen worden.
Durch das Herunterbröckeln der schadhaften Dachsteine und Dachgesimse, insbesondere auf der Ostseite können Menschen, die auf dem Friedhofe ihre Gräber betreuen und Kirchgänger verletzt oder erschlagen werden.
Die Baubesichtigung fand auf Ersuchen des Herrn Pfarrer Hans Hodel am 6. d.M. statt und wurde vom Unterzeichner festgestellt.
Lacitis (Dipl.-Ing.)                                        

Doch auch in den Folgejahren scheint nichts passiert zu sein. Erst im Jahr 1951 wurde dann in Eigeninitiative der Kirchengemeinde die Instandsetzung des Kirchendaches bewerkstelligt, und so weitere Schäden durch eindringendes Wasser verhindert. Doch damit waren die Probleme noch nicht beseitigt.

In einem „Baufallantrag“ (= Antrag zur Reparatur von Bauschäden) vom 14. Dez. 1951 werden die Schäden so beschrieben:

  1. Kirchendach: große Schäden an der Dachdeckung, Eindeckung der Dachkehlen und des Sakristeidaches, gefährliche Risse und Sprünge am tragenden Mauerwerk, gefahrdrohende Schäden an der Kirchendecke, kleinere Schäden am Turmdach.
  2. Schäden an Fenster und Türen.
  3. Instandsetzung und Erneuerung von Außenputz und Außenanstrich von Fenstern und Türen.

Es folgen weitere Baufallanträge vom Juni 1958, Juni 1959 und Februar 1960. Im Bericht von 1960 schreibt Pfr Schmutterer:

"Nach wiederholten Meldungen über Baufälle der hiesigen Kirche, sieht sich das Pfarramt zu berichten veranlaßt, dass sich eine umfangreiche Platte des Außenputzes über dem westlichen Haupteingang gelöst hat und herabfiel. Der Vorfall ereignete sich wohl 1 Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, …. Ein Bild des Jammers bildet jedoch die Südfassade. An ihr kleben noch dürftige Putzreste. Der nackte Teil ist ausgewaschen. Die Höhlungen werden von Vögeln bewohnt.
In aller Dringlichkeit bittet nun das Pfarramt um sofortige Abhilfemaßnahmen, da die Verantwortung über eine weitere Benützung der Kirche im gegenwärtigen Zustand von hier aus nicht mehr getragen werden kann. …
gez. W. Schmutterer, Pfr."

Nun kommt endlich Bewegung in die Sache. Im Juli desselben Jahres werden Leistungsverzeichnisse für die Außenputzarbeiten, die Schiefereindeckung des Turmes, die Spengerarbeiten und die Sanierung der Fenster und Türen erstellt.

Die Renovierung der Außenfassade und des Inneren der Kirche erfolgte in den Jahren 1960/61. Die Wände des Chors und des Kirchenschiffes erhielten innen einen neuen Verputz und einen weißen Anstrich. Die Decke wurde in einem hellen Grauton getüncht. Die Kirche zeigte sich endlich nach langem Verfall wieder in einem ansprechenden Zustand.


Die dritte Renovierung


Erste Bemühungen für eine erneute Renovierung der Kirche sind aus dem Jahre 1986 belegt.
Die Untersuchungen ergaben, dass vier verschieden Schichten von Innenputzgestaltung/-bemalung (= 4 Fassungen) nachweisbar sind.


Die 1. Fassung besteht aus einer in sehr hellem Grün gehaltenen, mehrschichtigen Kalklasur, die an allen Wand- und Deckenflächen von Chor und Langhaus nachweisbar ist. Im Chorraum fand sich eine 170 cm hohe mehrfarbige Damastbemalung der Sockelzone in kräftigen Blau-, Rot- und Ockertönen.
In den Deckenzwickel wurden kreisrunde Deckengemälde eingemalt, die aber wegen der kleinformatig freigelegten Bereiche nicht gedeutet werden konnten. In den restlichen Deckenbereichen wurde ein Sternenhimmel mit roten Sternen vorgefunden.


An der Ostwand oberhalb des Chorbogens fanden sich 3 runde Gemäldefelder mit Engelaufsätzen und Spruchbändern. (Diese sind auch heute noch vorhanden, wenn auch in mehrfach überarbeiteter Fassung)
Die 2. Fassung scheint in Abstimmung mit der Ornamentik der Verglasung der Buntglasfenster im Chor und im Langhaus entworfen worden zu sein. Im Chorbereich findet sich wiederum das Damastmuster im Sockelbereich mit Abschlussfries. Die restliche Wandfläche wurde malerisch in Quaderblöcke unterteilt. In den Fensterlaibungen finden sich unterschiedliche Rankenwerksmalereien. In den Deckenzwickeln wurden florale Motive und Blattwerksschablonierungen freigelegt. Im Langhaus wurde die Bemalung auf der Ostseite über dem Chorbogen beibehalten. Zusätzlich wurden im Bereich des Deckenspiegels und entlang des profilierten Wandabschlußgesimses aufwändige Schablonenmalereien gefunden. Auf einer Höhe von 125 cm führte ein Schablonenband rund um das Langhaus. Die Fenstereinfassungen waren durch florale Bänder, die Fensterleibungen mit mehrfarbigen Rankenmalereien verziert. Auch den Chorbogen hatte man damals mit Stern- und Blütenmotiven in Schablonentechnik in kräftigen Farben und teilweise mit Vergoldungen ausgestaltet.


Die 3. Fassung ließ sich nur noch an wenigen Stellen nachweisen, da sie vermutlich vor dem Auftrag der 4. Fassung größtenteils abgetragen wurde. Der Chorsockelbereich wies noch Reste eine Farbkombination in hellem Rosa und Graubraun auf. Reste einer hellen rosafarbenen Ausmalung finden sich auch im Langhaus an der Decke und im Bereich der Chorbogeneinfassung.


Die 4. Fassung aus dem Jahr 1960 zeigt im Chorraum eine einheitliche weiße Bemalung der Wände und Deckenzwickel mit kreidehaltiger Farbe. Die Rippen waren in Graurosa, die Fenstereinfassungen in einem rötlichen Beige gestaltet. Die Wände des Langhauses waren ebenfalls weiß getüncht, die Decke in einem hellen Grau, die Fenstereinfassungen, wie im Chorraum, in rötlichem Beige.

Am 16. April 1997 erteilte das Bayerische Kultusministerium die Genehmigung für die Renovierung. Die Gesamtkosten wurden auf 1,78 Mio € festgesetzt. Der staatliche Anteil betrug 850.000 €, der kirchliche 930.000 €. Am 23. Juli 1997 ist auch die Kostenübernahme gesichert.
Im Lauf der Vorarbeiten zeigte sich, dass der Außenputz nicht, wie geplant, partiell ausgebessert werden kann, sondern komplett erneuert werden muss, was die Sanierung verteuerte. Die Gesamtkosten stiegen dadurch auf 1,949 Mio €. Davon übernahm der Staat 996.000 €, die Kirche 953.000 €.

In der 2. Jahreshälfte 1997 wird mir den Außenarbeiten am Turm und am Kirchendach begonnen. Die Innenrenovierung begann 1999 mit dem Ausbau des gesamten Kirchengestühls und der Eingerüstung des Kirchenschiffes und des Chores. Der Deckenputz wurde soweit möglich erhalten. Wo er nicht mehr zu retten war wurde er erneuert.

Gestaltung des Innenraumes

Die Kirchengemeinde entschied sich einvernehmlich für die Wiederherstellung der historischen Fassung von 1900. Wände und Einrichtungsgegenstände sollten die damalige Farbgestaltung wieder erhalten. Dafür sprach, dass mit Ausnahme der Orgel die Gegenstände (Altar, Kanzel, Taufstein, Kreuz etc.) noch vorhanden waren und die damalige Farbgebung in Harmonie mit den renovierten farbigen Fenstern aus dem Jahr 1884 abgestimmt war. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1,8 Millionen Mark.


Die Einrichtung der Kirche


Vor dem Neubau

In den Unterlagen des Landbauamtes Ansbach findet sich ein Schreiben, das Aufschluss gibt über die Einrichtungsgegenstände der Vorgängerkirche. Der kgl. Baubeamte Wöhrle berichtet an die kgl. Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, auf Anfrage über das Mobiliar der alten Kirche:

Dinkelsbühl 23/11/63
An die kgl. Reg. K.d.Inneren

Dem allerhöchsten Auftrage gemäß hat …im Benehmen mit dem kgl. Pfarramte in Dentlein die sämtlichen Einrichtungsgegenstände der alten Kirche zu Dentlein genau besichtigt und ist Betreffs der Verwendung derselben bei der neuen Kirche zu berichten.

1.)Der Altar bestand, wie gewöhnlich, nur aus einem gemauerten Altartische auf welchen eine große Steinplatte gelegt war. Die über das Mauerwerk vorspringend sich an diese mittels einer Hohlkehle anschloß.
Der Altaraufsatz war ein länglicher viereckiger Rahmen, welcher ein Bild umschloß. Zu beiden Seiten des Rahmens waren 2 hohe Postamente auf welchen die Orgel und Empore ruht. Der Rahmen ist mit grau-blauer Ölfarbe angestrichen. Das Bild stellt das Abendmahl vor, ist ungefähr 3´lang, 1´hoch, hat jedoch keinen Kunstwerth. Außerdem waren auf dem Alter ein Kruzifix u. 4 messingene Leuchter. Von dem alten Altar ist nur die Steinpatte wieder verwendbar, der Aufsatz ist für einen Altar nicht mehr passend.

2.) Die Kanzel war aus Holz in sechsteiliger Form hergestellt, auf den 4 sichtbaren Seiten waren Füllungen und in diesen die 4 Evangelisten gemalt, jedoch ohne Werth. An der E… waren Säulchen oben und unten Gesimse. Das Ganze saß auf einer hölzernen gewundenen Säule. Der Schalldeckel war bloß mit einem Gesimse und auf der Unterseite war eine Taube als Sinnbild des hl. Geistes. Der Ölfarbanstrich der Kanzel stellt einen gr… Marmor, die Gesimse waren roth … angestrichen, der hl. Geiste versilbert mit vergoldeten Strahlenkränzen.
Die Kanzel war bloß 2 1/2´ weit und nach Angabe des des kgl. Pfarrers zu eng und würde nicht zum Styl der neuen Kirche passen. Es dürfte daher eine neue Kanzel hergestellt werden, wozu aber der hl. Geist wieder verwendet werden kann, da er gut geschnitzt und gut erhalten ist.
3. Der Taufstein. Ein eigentlicher Taufstein war gar nicht vorhanden. Statt dessen wurde bloß ein gewöhnliches kleines Tischchen benutzt, auf welches das Taufbecken gestellt wurde. Es ist daher ein neuer Taufstein nothwendig. Die beiden vorhandenen Taufbecken haben die Form von … …-schiffchen, das eine ist aus Messing und etwa 300 Jahre alt, das andere aus Zinn und etwa 100 Jahre alt.
4. Die Orgel ist ungefähr 6´lg und 9´hoch. Das Gehäuse ist in der Mitte mit einem runden Vorsprung u. Gesimsen versehen und grau angestrichen. Nach Angabe des k. Pfarrers soll das Werk ganz unbrauchbar sein und nicht mehr repariert werden können. Der Orgelbauer Steinmeyer um 40 fl (Gulden) gegen eine neue Orgel drannehmen, welche demnach als Bedürfnis erscheint.
5. Die Kirchenstühle sind schon vor dem Abbruch ganz schadhaft gewesen, so daß sie oft während des Gottesdienstes zusammen brachen. Beim Abbruch sind sie beinahe gänzlich zerfallen weshalb die Herstellung neuer Kirchenstühle durchaus nothwendig ist.
Aus der anliegenden Skizze wolle die Form der Einrichtungsgegenstände näher entnommen werden.
Ei, Wöhrle

Die in dem Schreiben erwähnten Skizzen sind leider nicht mehr auffindbar.

Die neue Einrichtung

Der erste Kostenanschlag für eine neue Kircheneinrichtung scheinen der Regierung von Mittelfranken zu hoch ausgefallen zu sein. Sie fordert die Kirchenverwaltung in Dentlein daher auf unter Beachtung des Sparsamkeitsgebotes einen abgespeckten Kostenvoranschlag einzureichen.

In einer Bittschrift vom 08.04.1864 teilt die Kirchenverwaltung dem Kgl. Bezirksamt schließlich mit, dass man durch eine Vereinfachung der Kultgegenstände (Altar, Kanzel und Taufstein) die Kosten von ursprünglich 1299 Gulden um  218 Gulden reduzieren konnte. Bei der Orgel wurde eine einfachere Variante (1 Manual mit 12 Registern) für 1761 Gulden angeboten und gleichzeitig das ursprüngliche Angebot für eine Orgel mit 2 Manualen um 286 Gulden auf 2000 Gulden reduziert. Über die neue Einrichtung gibt ein Gutachten vom Baubeamten Wöhrle Auskunft:

 


Gutachten
über die Ausführung der Einrichtungs Gegenstände in der prot. Kirche
zu Dentlein

Am 12. August 1865 wurden auf Veranlaßung und bezüglich der Kirchenverwaltung von Dentlein die neuen Einrichtungsgegenstände vom unterfertigten kgl. Baubeamten angesehen und geprüft, worüber heute Gutachten abgegeben wird.

1. Altar

Der Altar der prot. Kirche in Dentlein ist auf der von allerhöchster Stelle gegebenen Zeichnung von dem Bildhauer Herterich in Ansbach samt … und Altarstufen gut ausgeführt worden. Alle Stäbe, Knöpfe und Verzierungen sind vergoldet. Die Grundfarbe des Altares ist ….gelben(?) Sandstein ausgeführt(?); die Hohlkehlen sind roth, die Rückwand des Altars ist blau mit goldenen Sterne. Das Altarbild, Christus mit Kreuz, ist gut vergoldet, ebenso die beiden dreiarmigen Leuchter zu beiden Seiten desselben.

2. Kanzel

Die Kanzel nebst Schalldeckel und Stiege sind plangemäß und gut ausgeführt, in Farbe & Vergoldung ähnlich dem Altare gehalten und dem Zwecke entsprechend.

3. Taufstein

Der Taufstein ist gleichfalls nach dem Plan hergestellt in Übereinstimmung mit dem Altare u. Kanzel gut vergoldet und bemalt.

4. Die Orgel

Die Orgel ist nach allerh. genehmigten Plan von dem Orgelbauer Steinmeyer in Öttingen ausgeführt. Gehäuße …. ….werk und Verzierungen sind sehr gut gearbeitet, jedoch wird eine Verkleidung der Rückseite der Orgel vermißt.

5. Kirchenstühle

Die Kirchenstühle sind von dem Schreinermeister Supf in Feuchtwangen plangemäß und vollständig hergestellt worden. Das Schreinerwerk und der Anstrich sind sehr gut und meisterhaft ausgeführt und entsprechen ihrem Zweck vollständig.



Vergleicht man die Beschreibung der verschiedenen Gegenstände mit den heute vorhandenen, so erschließt sich daraus, dass die damals begutachteten Stücke der heutigen Einrichtung der Kirche entsprechen und somit diese ebenfalls 150 Jahre alt ist.

Die Einweihung der neuen Kirche erfolgte schließlich am Sonntag, den 3. September 1865.


Die heutige Einrichtung der Kirche 


Der Altar

Wann der in der Bestandsaufnahme der alten Kircheneinrichtung vom November 1863 beschriebene Altar errichtet wurde ist nicht nachweisbar. Der im August 1865 aufgestellte Altar hat im Lauf der 150 Jahre nur geringe Veränderungen erfahren. Nach Angaben der Gutachter der Firma Weidl, Ansbach waren 3 Fassungen (= 3 Farbschichten) nachweisbar. Ursprünglich wies er eine weiß-graue Marmorierung mit glanzvergoldeten Rahmenleisten auf. Im Jahre 1900 erhielt er die heute noch sichtbare Ausgestaltung. Renoviert (Erneuert) wurde er 1932 aufgrund einer Stiftung eines Bürgers aus Dentlein, der in die USA ausgewandert war, belegt durch eine Aufschrift an der Rückseite des Altars:

Die Erneuerung des Altars
wurde von
Christian Hauck geb 1868 zu Dentlein
Jetzt St. Louis USA
gestiftet
A1932D

Eine weitere Aufschrift dokumentiert die Renovierung im Jahre 1998 durch die Fa. Wiedl.

Die Kanzel

Der Korpus der Kanzel trägt ebenfalls 3 Fassungen und dürfte, wenn man den Angaben des Baubeamten Wöhrle folgt, ebenfalls ursprünglich eine weiß-graue Marmorierung mit vergoldeten Rahmenleisten erhalten haben.

  
 

Der Taufstein

Zum (hölzernen) Taufstein finden sich keine leider Aussagen in dem Gutachten der Fa. Wiedl. Dem Gutachten des Herrn Wöhrle folgend kann man jedoch davon ausgehen, dass er im selben Stil wie Altar und Kanzel gehalten war, also eine weiß-graue Marmorierung und vergoldene Leisten zeigte.

Die Orgel

Eine erste Orgel für die Kirche in Dentlein wurde wohl im Jahr 1773 angeschafft (Quelle: Chronik Pfr. Weingarten). Von dieser Orgel sind leider keine Bilder bzw. Pläne auffindbar. Im Zuge der Erweiterung erhielt die Kirche 1865 eine neue Orgel. Der Orgelbauer Steinmeyer zu Oettingen erhielt damals den Zuschlag. Diese Orgel versah allem Anschein nach fast 50 Jahre ihren Dienst ohne Probleme.

Aus dem Jahre 1927 schließlich findet sich eine Rechnung für die Instandsetzung der Orgel durch die Firma Georg Holländer aus Feuchtwangen mit folgenden Positionen:

Für den Wiedereinbau der Orgelprospekt Pfeifen am 8. Jan. 1927 ausgeführt        430 Mark

Für Reparatur der Orgelblasbälge, zum größten Teil neu beledern der Falten
und verbinden derselben mit Leinwandschanieren                                                    90 Mark

Reinigung der Orgel, ausheben und reinigen der Pfeifen sowie Stimmung
des ganzen Werkes                                                                                                    120 Mark

Durchsicht und Abhilfe kleinerer Schäden an der Mechanik                                            24 Mark

Summe:                                                                                                                          664 Mark

Im Jahre 1938 wird eine Erneuerung des elektrischen Motors der Orgel notwendig. Die Orgelbaufirma Steinmeyer schreibt an das Pfarramt in Dentlein, z.Hd. Herrn Pfarrer Friedrich Gastroph:

„Betreff: neuen Motor für die Orgel
Unser Angebot lautet auf einen Drehstrom-Motor; dieser ist identisch mit einem Dreiphasenwechselstrom-Motor. Ein Einphasenwechselstrom-Motor käme unter den gleichen Bedingungen auf RM 483,00 zu stehen.
Es wäre anzuraten in der Kirche eine Starkstromleitung verlegen zu lassen.
Die Einsichtnahme des Orgelwerkes hat ergeben, daß das Instrument, das im Jahre 1865 von uns erbaut wurde, sich noch in einem verhältnismäßig guten Zustand befindet, es sollte aber in absehbarer Zeit  gründlich gereinigt und alle Teile überholt werden“.

(Quelle: Landeskirchliches Archiv Nürnberg 24.02.1938)

Dem Ratschlag der Orgelbaufirma wurde gefolgt und die Orgel tat ihren Dienst noch bis ins Jahr 1977. Mit zunehmendem Alter allerdings traten immer mehr Probleme auf und man entschloss sich schließlich die in die Jahre gekommene Orgel durch eine neue zu ersetzen.

Im Jahr 1975 wandte sich Pfr Schmutterer an das Landbauamt mit dem Ansinnen eine neue Orgel für die Kirche zu erhalten. Das 110 Jahre alte Instrument sei für gottesdienstliche Zwecke völlig unbrauchbar geworden. Unter Hinweis auf die Kostenübernahme für die alte „Steinmeyer-Orgel“ bittet Herr Schmutterer mit Schreiben vom 13. Oktober 1975 man möge auch die Kosten für die neue Orgel übernehmen.

Vier Angebote wurden dem Schreiben beigefügt:

      a) Fa Steinmeyer                                                                     DM 90.620,40 incl. MWSt
      b) Fa Deininger & Renner                                                        DM 79.143,--    incl. MWSt
      c) Fa Bauer                                                                              DM 76.650,--    incl. MWSt
      d) Fa Koch                                                                               DM 63.094,62  incl. MWSt

In diesem Schreiben und der Argumentation pro Kostenübernahme durch den Staat lassen sich eine Reihe interessanter Informationen über die Geschichte der alten Orgel finden. So schreibt Herr Schmutterer:

„Ferner wurden sämtliche angefallenen Reparaturkosten vor und nach dem Jahr 1865 bis zur Stunde vom Staat übernommen samt Preis für ein Gutachten von Prof. Elias Oechsler, Universitätsmusikdirektor in Erlangen. Das Gutachten wurde erforderlich schon im Jahre 1909! !  Es heißt da: Dem sonst guten Werk entweicht Luft. Windladen und -kanäle müssen erneut abgedichtet werden.  --  Abdichtungsmaßnahmen wurden aber erforderlich schon 11 Jahre nach der Lieferung des Instruments. Dafür wurden staatlicherseits bereitgestellt: Im Jahre 1876 138 M; 1887 180 M; 1894 64 M und 90 M; 1909 240 M; 1927 664 RM; zuletzt 3.210 DM.
Zweifellos darf das Gesuch aufgrund der aufgezeigten Fakten dem Landbauamt vorgelegt werden mit der höfl. Bitte um Übernahme der Finanzierungsverantwortung für eine neue Orgel, zumal der Staat im Jahre 1917 alle zinnenen Prospektpfeifen für Verteidigungsaufgaben im Kriege ersatzlos beschlagnahmt hat.“

(Quelle: Akten Landbauamt Ansbach)

Die Orgel wurde dann allem Anschein nach im Jahr 1976/77 zu einem Preis von 75.186,- DM bei der Fa. Koch in Auftrag gegeben und eingebaut. Der höhere Preis erklärt sich dadurch, dass zunächst geplant war das alte Orgelgehäuse weiter zu verwenden, man aber später davon absah und auch ein neues Gehäuse zum Preis von 12.000,- DM beauftragte. Die staatliche Kostenübernahme jedoch war noch Gegenstand langwieriger und zäher Verhandlungen, die erst 1981 mit einem Vergleich abgeschlossen werden konnten.

Am 28.09.1977 schließlich war in der Fränkischen Landeszeitung zu lesen:


„Langgehegter Wunsch der Dentleiner Kirchengemeinde geht in Erfüllung.

Neue Orgel wird festlich eingeweiht.
Altes Instrument nach 112 Jahren ausgedient.
Die Bemühungen für die neue Orgel laufen seit etwa 15 Jahren und sind seit 1970 mit Nachdruck betrieben worden. Die alte Orgel, vor 112 Jahren unter Pfarrer Meinel angeschafft, erwies sich mehr und mehr als unbrauchbar. Sie musste manchmal  innerhalb von vier Wochen zweimal repariert werden … Übrigens war die alte Orgel, wie Universitätsprofessor Dr. Öchsler aus Erlangen 1909 konstatierte, für die damalige Zeit ein Meisterstück. Die erste Orgel wurde im Jahre 1773 angeschafft. 1865 wurde bei der Erweiterung der Kirche die bisherige Orgel angekauft, zusammen mit einem neuen Gestühl, Kanzel dem Altar und dem Taufstein für zusammen 3500 Gulden. …

(Quelle: Fränkische Landeszeitung)



Der Lüster

Vor dem Chorraum hängt mittig ein vergoldeter Lüster. An einer stilisierten Krone mit Glasperlen behang in Perlen- und Tropfenform ist ein doppelter, durch stilisierte Fischornamente verbundener, Ring aufgehängt. Auf diesen vergoldeten Doppelring sind 4 Kerzenhalter aufgesetzt. Seitlich sind acht weitere Kerzenhalter mit s-förmig geschwungenen Armen angebracht. Den unteren Abschluss bildet ein kleiner vergoldeter Ring mit tropfenförmigen Glasgebilden.

Die Innenseite des mittleren Doppelringes trägt die Inschrift:

Leonh. Haag in Dentlein Novemb. 1867

 


 

Die religiöse Symbolik der Wand- und Deckenbemalung

Hierzu wird die Kirchengemeinde Infos bereitstellen unter

https://www.dentlein-evangelisch.de/unsere-kirche-st-ursula

 

Sprung ins 21. Jahrhundert: Gottesdienstübertragung

Seit 2021 verfügt die St. Ursula-Kirche über festinstallierte Übertragungstechnik.

Die Gottesdienste der Kirchengemeinde werden in der Regel wöchentlich übertragen auf: 

https://www.youtube.com/c/EvangLuthKirchengemeindeDentleinamForst